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ROYAL WINTON CHINTZ |
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So etwas konnte nur in England
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Trotz seiner einzigartig liebenswert-naiven
Ausstrahlung, ist die Chintz Ware aber durchaus nicht so harmlos, wie unsere
arglosen Besucherinnen glauben mögen, denn sie hat eine geheimnisvolle magische
Eigenschaft an sich, die ich eigentlich besser gar nicht verraten sollte... Im Eingangsbereich unseres Ladens gut sichtbar präsentiert, testet sie zuverlässig und lückenlos die "Britishness" neuer Kundinnen. Echte Engländerinnen gehen mit einem Lächeln und eventuell dem Kommentar "Lovely Chintz Ware" daran vorbei, das bedeutet "Britishness at its best": Keine Angst vor Romantik, Humor bis auf den Grund der Tee-Tasse, Gelassenheit im Umgang mit Hochkarätigem. |
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Furchtsame kontinentale Gemüter fühlen sich
jedoch beim Anblick unserer blumigen Lieblinge auf Anhieb zu heftigen,
lautstarken Mißfallens-Äußerungen provoziert. Das zeigt natürlich ganz klar "Britishness-Stufe
Null": Angst beim Anblick von Blumen auf Porzellan, Todesangst, falls es sich um
Rosen handelt, Kitsch-Phobie im fortgeschrittenen Stadium mit ausgeprägter
Symptomatik. "Haben Sie denn gar nichts Schlichtes?" heißt es dann. "Nein, für das Schlichte sind wir nicht zuständig." lautet die stereotype Antwort. "Schlichtes für die Schlichten und Kleinkariertes für die Kleinkarierten ;-)" denken wir dann noch, aber sagen es natürlich nicht und schreiben sollte ich es eigentlich auch nicht. |
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| Aber dann gibt es ja auch noch diejenigen Menschen, die durchaus keine Engländerinnen sind und auch nicht mit "Bed und Breakfast" groß geworden, deren angeborene, unerklärliche "Britishness" sie aber beim Anblick von Royal Winton Chintz wie ein Blitz durchfährt und sie die absolute Liebe auf den ersten Blick erleben läßt. Ergreifende Szenen spielen sich ab...nun gut, mehr sollte ich wirklich nicht schreiben und tue es auch nicht. | |||
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Die Geschichte der Chintz Ware läßt sich bis in das siebzehnte Jahrhundert zurück verfolgen, als aus Indien die köstlichsten Baumwolldruckmuster nach England importiert wurden, welche den englischen Porzellan- und Keramik-Manufakturen als kunstvolle Vorlagen zur Gestaltung ihrer herrlichsten Stücke dienten. |
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Ursprünglich konnte sich ein
solch aufwendiges Dekor auf der Tee-Tasse kein Normal-Sterblicher leisten. Es war
Königen und Fürsten vorbehalten. Die höchste Blüte erreichte die Herstellung im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts. Damals setzte auch die Chintz-Sammelleidenschaft in den englischsprachigen Ländern ein, die bis heute ungebrochen ist. Unzählige Bücher und Webseiten zum Thema "Chintz Ware" zeugen von der Faszination, welche die Blümchen-Keramik auf Kultur-Historiker und Kunst-Kenner ausübt. Sammler-Clubs gibt es in England, Amerika und sogar Australien. Antiquitäten-Geschäfte präsentieren stolz Ihre alten Schätzchen und auf den großen Auktionen erzielt antikes Royal Winton Höchstpreise. |
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Seit ihrer Gründung im Jahre 1885 durch Leonard Lumsden Grimwade, gilt Royal Winton als die Wiege des "modernen" Chintz. "Royal" darf sich in England natürlich nur nennen, wer auch den königlichen Hof beliefert. Den Titel "Königlicher Hoflieferant" verdanken sie Queen Mary, die sich von Georg V. ein Chintz-Teeset gewünscht hatte, welches dieser persönlich für sie im Londoner Geschäft der Grimwades erwarb. Noch heute liebt man am
englischen Hof Winton Chintz, denn es fügt sich auch ohne falsche Bescheidenheit
in das Ambiente eines Palastes. |
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