MISTLETOE
Mistelzweig

"Mistletoe, kiss and go!"

" Kissing under the mistletoe":
Küssen unter dem Mistelzweig!

Sind wir nicht alle ein bißchen neidisch auf diese delikate englische Weihnachtstradition?!

Aber was ist eigentlich ein "mistletoe" und wie erhielt er seine Verbindung zum Weihnachtsfest?

 

Vom botanischen Standpunkt gesehen, ist die Mistel als "Halbparasit" eine sehr interessante Pflanze. Sie wächst auf Bäumstämmen und Ästen und streckt ihre Wurzeln in die Wirtspflanze, um von ihr Nahrung zu nehmen. Sie kann sich aber auch selbständig durch Photosynthese ernähren.

Bei der europäischen Mistel handelt es sich um ein immergrünes buschiges Gewächs. Sie trägt kleine gelbe Blüten und ihre Früchte bestehen aus mondfarbenen klebrigen Beeren. Meist siedelt sie sich auf alten Eichen und anderen hohen Bäumen an.

Erst im 16. Jahrhundert fand man heraus, wie es dieser Pflanze gelingt, sich von Baum zu Baum zu vermehren: Vögel picken die reifen Beeren auf und die darin enthaltenen Samenkörner gelangen mit den Ausscheidungen der Tiere an die Astrinden anderer Bäume.

Von den Kelten und Germanen wurden diesem geheimnisumwitterten "Halbparasiten" magische Kräfte zugesprochen.
Die Mistel galt als heilig, als Spenderin des Lebens und der Fruchtbarkeit, als Schutz gegen Gift und als Aphrodisiacum.

"Druids cutting the Mistletoe" von Henry Paul Motte, um 1890


Geerntet wurde zur Sommer- oder Wintersonnenwende im Rahmen einer rituellen Zeremonie.
Das Schneiden der Zweige wurde von weiß gewandeten Druiden mit einer goldenen Sichel durchgeführt.

Man vermutete in der Mistel die Seele der Eiche und die Mistelernte symbolisierte auch die Überwindung eines alten Königs durch einen neuen.
 


Hierin und in dem Termin der Ernte zur Mittwinterzeit, liegt vielleicht der Zusammenhang mit dem christlichen Weihnachtsfest.

Im Mittelalter und später wurde Mistel unter die Zimmerdecken gehängt, um böse Geister zu verjagen.Sie wurde auch auf dem Haus und an Stalltüren befestigt, um Hexen den Eintritt zu versperren. Außerdem glaubte man auch, daß die Mistel, genau wie der Ilex, gegen Feuer wirksam sei.

In einigen Gegenden Englands geben die Bauern den Weihnachtsmistelzweig der ersten Kuh, die im neuen Jahr ein Kalb geboren hat. Das soll sowohl ihr, als auch der ganzen Herde Glück bringen.
 

Das Küssen unter dem Mistelzweig geht zurück auf die griechischen Saturnalien und archaische, primitive Hochzeitsrituale.
In Skandinavien gilt die Mistel als Friedenspflanze unter welcher sich Feinde zur Versöhnung küssen.

In England wird der Mistelzweig manchmal nach Weihnachten verbrannt, um zu verhüten, daß alle die sich darunter geküßt haben, heiraten werden !

Mistletoe Fairy

Nach dem Küssen einer Dame "under the mistletoe", muß der Herr übrigens eine der weißen Beeren pflücken.
Wenn die letzte Beere geerntet ist, wird auch nicht mehr geküßt.
 
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